Warum energetische Sanierung oft nach hinten losgeht
Eigentlich wollten Sie Heizkosten sparen und den Wohnkomfort erhöhen. Doch kurze Zeit nach dem Einbau der neuen, hochgedämmten Fenster tauchen plötzlich dunkle Flecken in den Ecken oder an den Laibungen auf. Was wie ein Albtraum klingt, ist ein physikalisches Phänomen, das bei unsachgemäßer Sanierung fast vorprogrammiert ist.
Als Sachverständiger für Feuchteschäden werde ich oft gerufen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Dabei lässt sich Schimmel nach einem Fenstertausch vermeiden, wenn man das Haus als Gesamtsystem betrachtet.
Das Problem: Wenn das Haus plötzlich „erstickt“
In älteren Häusern, wie wir sie oft in den gewachsenen Siedlungen rund um Feuchtwangen, Ansbach oder Dinkelsbühl finden, fungierten die alten Fenster als eine Art „natürliche Lüftungsanlage“.
Sie waren nie ganz dicht. Ein permanenter, minimaler Luftaustausch sorgte dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit nach draußen entweichen konnte.
Mit den neuen Fenstern passiert Folgendes:
- Hermetische Abriegelung: Moderne Fenster sind absolut luftdicht. Der unkontrollierte Luftwechsel stoppt sofort.
- Feuchtigkeitsstau: Die Feuchtigkeit, die wir durch Kochen, Duschen oder Atmen produzieren, bleibt im Raum.
- Verschiebung des kältesten Punktes: Früher war das (schlechte) Fenster die kälteste Stelle im Raum. Dort kondensierte das Wasser (die Scheibe „beschlug“). Jetzt ist das neue Fenster oft besser gedämmt als die alte Außenwand. Die Feuchtigkeit sucht sich nun den nächsten kalten Punkt – und das ist meist die ungedämmte Wand-Ecke oder die Fensterlaibung.
Die Gefahr der Wärmebrücken im Altbau
Ein häufiger Fehler bei der Sanierung im Raum Franken ist der isolierte Austausch der Fenster, ohne die Fassade oder die Dämmung der Rollladenkästen zu berücksichtigen. Es entstehen sogenannte Wärmebrücken.
Wenn die warme, feuchte Zimmerluft auf diese kalten Wandstellen trifft, kühlt sie ab. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann als warme, fällt „Tauwasser“ aus. Dieses Wasser ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze.
Warum „Lüftungskonzept“ kein Modewort, sondern Pflicht ist
Werden mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht, schreibt der Gesetzgeber (DIN 1946-6) eigentlich ein Lüftungskonzept vor. Doch in der Praxis wird dies oft vernachlässigt.
Es geht dabei nicht darum, dass Sie nun alle zwei Stunden die Fenster öffnen müssen. Es geht um die Frage: Wie viel Luftwechsel braucht Ihr spezielles Gebäude, um Bauschäden zu verhindern?
So sanieren Sie richtig (und schimmelfrei)
Bevor Sie tausende Euro investieren, lohnt sich ein Blick vom Experten. Als Sachverständiger helfe ich Ihnen, die Schwachstellen Ihrer Immobilie zu identifizieren, bevor der Handwerker kommt.
Meine Tipps für Hausbesitzer:
- Gesamtplanung statt Einzelmaßnahme: Fenster und Außenwand müssen energetisch zusammenpassen.
- Thermografie-Check: Lassen Sie vor der Sanierung prüfen, wo die größten Kältebrücken an Ihrem Haus liegen.
- Lüftungsverhalten anpassen: Nach dem Fenstertausch ist das alte Lüftungsschema hinfällig. Wir messen für Sie die Luftfeuchtigkeit und geben konkrete Tipps.
- Dezentrale Lüftung prüfen: Manchmal ist der Einbau kleiner, unauffälliger Lüfter in der Wand die einzige Rettung für die Bausubstanz.
Gehen Sie in Feuchtwangen und Umgebung auf Nummer sicher
Planen Sie eine energetische Sanierung oder haben Sie nach dem Fenstertausch bereits Feuchtigkeit entdeckt? Vertrauen Sie nicht auf das Prinzip Hoffnung. Eine professionelle Einschätzung spart Ihnen am Ende hohe Sanierungskosten für die Schimmelbeseitigung.
Holen Sie sich fachmännischen Rat von Sachverstand Altmann. Wir analysieren die bauphysikalischen Gegebenheiten in Ihrem Zuhause in Feuchtwangen, Ansbach, Dinkelsbühl, Nürnberg und Mittelfranken.
